Imbolc oder Oimelc, Mariä Lichtmess oder Mariae Lichtmess

Imbolc oder Oimelc, Mariä Lichtmess oder Mariae Lichtmess – da es dabei immer wieder zu Verwirrungen kommt, möchte ich hier ein wenig auf diese Feste eingehen. Ich habe mehrere Quellen verwendet. Eins vorweg – in vorchristlicher Zeit wurde Imbolc ausschließlich in Irland praktiziert. Lichtmess ist römischen Ursprungs und wurde im östlichen Mittelmeerraum begangen. Diese beiden Feste haben also keinen bewiesenen Bezug zueinander.



Der Ursprung von Imbolc liegt im Altirischen und bedeutet „Rundum-Waschung“ und ist damit ein Fest der Reinigung. Oimelc ist die Bezeichnung für das erste Milchgeben der Schafe im Frühjahr und ist somit ein Hirtenfest. Das Fest wurde beginnend am Vorabend in der Nacht zum 1. Februar und an diesem Tage gefeiert. Es wird bis heute noch in ländlichen Gegenden Irlands als Tag der heiligen Brigid begangen.

Der Festtag wird auch als Fest des Lichtes gesehen, weil die länger werdenden Tage den nahenden Frühling ankündigen. Der Tradition nach werden man an diesem Tag spezielle Lebensmittel verspeist, man hält nach Omen Ausschau und man entzündet ein Freudenfeuer. Auch das Entzünden von Kerzen oder auch das Einschalten von Lampen haben Tradition.

Im Neuheidentum wird Imbolc mit der zeitlichen Mitte von Yule und Ostara in Verbidnung gebracht, dies würde aber auf den 4. oder 5. Februar fallen. Heute begehen die meisten Neuheiden das Fest am 1. oder 2. Februar, wobei der 2. Februar in den U.S.A. beliebter ist.

Nach der neuheidnischen Auffassung ist die Brigitte die Göttin des Feuers, der Heilung und der Fruchtbarkeit, und daher ist Feuer an diesem Tag so wichtig. Das Anzünden von Feuer symbolisiert die in den kommenden Monaten zunehmende Kraft der Sonne.

Maria Lichtmess ist ein christliches Fest und findet am 2. Februar statt. Lichtmess war früher tradierter Zahltag der Dienstboten und Knechte, die dann bis St. Agatha (bis zum 5. Februar) frei hatten. Man nannte das „Schlenkern“. Viele Dienstherren erlaubten den Dienstboten das Halten von Kleinvieh und so wurde an diesem Tag diese auf den Märkten zum Verkauf angeboten. Viele Bauernmärkte im Raum Oberösterreich und Salzburg zeugen auch heute noch davon. Der Begriff „Schlenkern“ ist im Land Salzburg und in Oberösterreich noch gebräuchlich. Der letzte allgemein so gehaltene Zahltag dürfte der 2. Februar 1938 gewesen sein, da er durch den Nationalsozialismus „verschwand“. Nach 1945 wurde diese Tradition nicht wieder aufgenommen.

Den Ursprung hat Maria Lichtmess im heidnischen Rom und liegt in einer heidnischen Sühneprozession, die alle fünf Jahre in Rom abgehalten wurde. Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil galt die Weihnachtszeit bis Mariä Lichtmess und ist auch heute noch traditionell der Tag, an dem die Christbäume und die Krippen aus den Kirchen und vereinzelt noch aus den Häusern geräumt werden. Das Datum berechnet sich vom 25. Dezember weg und man zählt vom ersten Weihnachtstag 40 Tage weiter. So kommt man zum 2. Februar. 40 Tage sind in der jüdisch-christlichen Tradition ein Zeitmaß, das sich auch in der 40tägigen Fastenzeit wiederfindet. Nach jüdischen Reinheitsvorschriften galt eine Frau 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein, und durfte erste ab dieser Zeitspanne von 40 Tagen an rituellen Kulten im Tempel teilnehmen. In den ersten Jahrhunderten nach Christus war es im Christentum Brauch, den erstgeborenen Sohn im Tempel dem Herrn „darzustellen“, denn der Erstgeborene galt als Eigentum Gottes. Er musste vor den Herrn gebracht, und mit einem Geldopfer ausgelöst werden. Bis 1969 war der offizielle Name dieses Tages „Reinigung Mariens“ und wurde danach auf „Darstellung des Herrn“ umbenannt, und ist offensichtlich ein „Opfer“ des Patriarchats.

Üblicherweise wurden zu Mariä Lichtmess alle kirchlichen und häuslichen Kerzen geweiht wie Lichtmesskerzen, Wetterkerzen oder Totenkerzen. Das Weihen der Kerzen fand auch schon im heidnischen Rom statt.

Der Lichtmesstag galt auch als wichtiger Lostag, aus dessen Wetter man auf die Zukunft schloss: „Wenns an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit. Ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell...“

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