Von der Kommunikation zur Interaktion

Kommunikation bedeutet soviel, dass ich in einem Dialog mein Anliegen so einbringe, dass es auch Aussicht auf Erfolg hat. Frei nach dem Motto: "Der Köder soll dem Fisch schmecken, und nicht dem Angler!"

Kommunikation ist also eine Nachricht in eine Richtung, nämlich vom Sender zum Empfänger. Aus den letzten Posts kann man erkennen, dass dies alleine schon genug Potential für Missverständnisse liefert. Ich möchte auf diesem Weg nochmals darauf hinweisen, dass Niemand eine "Schuld" trägt, dass niemand "krank" oder "unreif" ist. Vielmehr sollte man sich die Frage stellen: "Was tue ich mit MIR, wenn der andere nicht so ist, wie ich ihn haben möchte?"

Wenn man das Hin und Her von Äußerungen betrachtet, dann spricht man von Interaktion, und hier können Kreisläufe entstehen, die sich mitunter zu einem Teufelskreis entwickeln. Vielmehr können sich - nach Schulz von Thun - auch sogenannte "verdeckte" Kreisläufe entwickeln. Erkennt man diese Kreisläufe, können diese auch gestoppt werden, und eine harmonische Interaktion wird möglich.

Bild: 8385@pixabay


Ich nehme ein Beispiel aus der Buchreihe "Miteinander reden" zum Anlass, diese Kreisläufe zu erklären:

Die Eltern sind geschieden und der Sohn stellt immer wieder etwas an. Der Vater wird gerufen und dieser ist über die Taten seines Sohnes entsetzt und rügt bzw. stigmatisiert ihn. Daraufhin fühlt sich der Sohn abgelehnt und abgestempelt und stellt etwas an. Dieser Teufelskreis ist ziemlich einfach zu durchschauen. Sieht man jedoch genauer hin, erkennt man einen weiteren - verdeckten - Kreis. Stellt der Sohn etwas an, so wird nicht die Mutter oder die Großmutter gerufen, sondern der Vater. Dieser fühlt sich trotz des Verlustes der Familie gebraucht, und insgeheim bewundert er den Sohn für seine Missetaten. Selbstverständlich ist der Vater zur Stelle und somit setzt er sich, wenn auch nicht gerade positiv, für den Sohn ein. Es existiert somit ein Vatererlebnis für den Sohn, auch wenn dieses nicht besonders positiv ist - aber immerhin. Dies animiert den Sohn wiederum dazu, etwas anzustellen.

Wir werden bei der Vorstellung der Archetypen der Kommunikationsstile noch auf viele weitere Teufelskreise - auch in Beziehungen - stoßen.

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